Digitale Bildung und KI: Was der OECD Digital Education Outlook 2026 für die öffentliche Verwaltung bedeutet

29. Januar 2026

BERICHT

Der OECD Digital Education Outlook 2026 widmet sich der Frage, wie digitale Technologien – insbesondere generative Künstliche Intelligenz – Bildungssysteme verändern


Viele der darin beschriebenen Erkenntnisse lassen sich direkt auf die öffentliche Verwaltung übertragen. Denn auch Behörden, kommunale Unternehmen und öffentliche Einrichtungen stehen vor der Herausforderung, neue Technologien verantwortungsvoll, rechtssicher und souverän einzusetzen.


Der Bericht macht deutlich: Die digitale Transformation betrifft Arbeitsweisen, Entscheidungsprozesse und Kompetenzen, und damit auch den Kern staatlichen Handelns.


KI verändert die Verwaltung – aber nicht automatisch zum Besseren


Generative KI wird in Verwaltungen zunehmend eingesetzt: bei der Texterstellung, der Analyse von Dokumenten, der Strukturierung von Informationen oder im internen Wissensmanagement. Der OECD-Bericht betont jedoch, dass der Nutzen solcher Systeme stark davon abhängt, wie sie eingesetzt werden.


KI kann Prozesse unterstützen und beschleunigen. Wird sie jedoch unreflektiert genutzt, besteht die Gefahr, dass fachliche Prüfung, rechtliche Bewertung und eigenständiges Denken in den Hintergrund treten. Gerade im öffentlichen Sektor, wo Entscheidungen nachvollziehbar, überprüfbar und rechtssicher sein müssen, ist das ein zentrales Risiko.


Die OECD weist darauf hin, dass KI nicht als Ersatz für fachliche Kompetenz verstanden werden darf, sondern als Werkzeug, das menschliche Urteilskraft ergänzt und nicht ersetzt.


Neue Kompetenzanforderungen für Beschäftigte


Der Bericht zeigt, dass digitale Kompetenz künftig weit über technisches Anwenderwissen hinausgeht. Für die öffentliche Verwaltung bedeutet das eine Verschiebung der Anforderungen:


  • Mitarbeitende müssen KI-Ergebnisse einordnen und kritisch bewerten können
  • rechtliche und ethische Grenzen müssen bekannt sein
  • Entscheidungsprozesse müssen weiterhin nachvollziehbar dokumentiert werden
  • Verantwortung darf nicht an Systeme delegiert werden


Diese Fähigkeiten lassen sich nicht allein durch Selbststudium entwickeln. Die OECD betont daher die Bedeutung strukturierter Qualifizierungsangebote, die technisches Verständnis, rechtliche Einordnung und praktische Anwendung miteinander verbinden.


Verwaltung als lernende Organisation


Ein zentrales Motiv des OECD-Berichts ist die Idee der „lernenden Organisation“. Digitalisierung ist kein einmaliger Veränderungsprozess, sondern ein dauerhafter Wandel. Für Verwaltungen bedeutet das: Weiterbildung darf nicht punktuell erfolgen, sondern muss kontinuierlich angelegt sein.


Neue Technologien verändern Aufgabenprofile, Zuständigkeiten und Arbeitsroutinen. Gleichzeitig steigen Erwartungen an Effizienz, Transparenz und Service. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, benötigen Beschäftigte Zeit, Räume und Strukturen für Lernen, die in den Arbeitsalltag eingebettet sind.


Der OECD-Bericht macht deutlich, dass Organisationen, die Weiterbildung strategisch verankern, besser in der Lage sind, mit Komplexität und Veränderung umzugehen.


Governance, Verantwortung und Vertrauen


Besondere Bedeutung misst die OECD Fragen der Governance bei. Der Einsatz von KI im öffentlichen Sektor berührt grundlegende Prinzipien staatlichen Handelns: Rechtsstaatlichkeit, Gleichbehandlung, Datenschutz und Transparenz.

Der Bericht zeigt, dass Vertrauen in digitale Systeme nur dort entstehen kann, wo klare Regeln, Zuständigkeiten und Kontrollmechanismen bestehen. Technische Innovation allein reicht nicht aus. Erforderlich sind:


  • klare Leitlinien zum KI-Einsatz
  • rechtliche und organisatorische Verantwortlichkeiten
  • Sensibilisierung der Mitarbeitenden
  • kontinuierliche Fortbildung zu Risiken und Grenzen


Gerade vor dem Hintergrund der europäischen KI-Regulierung gewinnt dieses Zusammenspiel von Technik, Recht und Qualifikation weiter an Bedeutung.


Zusammenfassung: Weiterbildung als Schlüssel der digitalen Verwaltung


Der OECD Digital Education Outlook 2026 verdeutlicht, dass KI nicht nur neue Werkzeuge bringt, sondern neue Anforderungen an staatliches Handeln. Für die öffentliche Verwaltung bedeutet dies, digitale Kompetenzentwicklung strategisch zu denken – und zwar als Voraussetzung für Handlungsfähigkeit.


Der Erfolg digitaler Transformation hängt weniger von der Technologie ab als von den Menschen, die sie einsetzen. Weiterbildung wird damit zu einer zentralen Zukunftsressource des öffentlichen Sektors.


Nur wenn Beschäftigte befähigt werden, KI kompetent, kritisch und verantwortungsvoll zu nutzen, kann Digitalisierung zu mehr Qualität, Effizienz und Vertrauen im Verwaltungshandeln beitragen.

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Constanze Korb
Fortbildungskampagne öffentliches Recht
Presse und Kommunikation


Tel.: +49 (0) 30 89 56 27 13
E-Mail: presse@fortbildungskampagne.de


Über Fortbildungskampagne öffentliches Recht:


Die Fortbildungskampagne öffentliches Recht wurde 2019 in Berlin gegründet und erweitert das Weiterbildungsangebot im öffentlichen Sektor durch effiziente Veranstaltungen im Online-Format. Experten und Expertinnen aus der Praxis, aus Forschung und Lehre und dem Rechtsbereich vermitteln ihr fundiertes Wissen im Rahmen von praxisnahen Seminaren und Inhouse-Schulungen. Die Veranstaltungen bieten einen direkten Austausch mit den Referenten und Referentinnen vor Ort oder online.


Die Fortbildungskampagne eruiert über fortlaufende Recherchen und den ständigen Austausch mit Experten und Expertinnen sowie Institutionen den tatsächlichen Fortbildungsbedarf an aktuellen und praxisrelevanten Themen. Sie versteht sich als eine innovative Plattform für Wissenstransfer, deren Angebot die öffentliche Hand aktiv mitgestalten kann.

18. Dezember 2025
Nach sechs Jahren in der Verantwortung der Fortbildungskampagne ist mir in den vergangenen Monaten eines so klar wie nie geworden: Liebe Kunden und liebe Kundinnen, wir sind noch nicht fertig. Miteinander :-) Es mag sein, dass Sie uns als Veranstalter im Zusammenhang mit Ihrer Seminarteilnahme gar nicht registrieren, weil Sie sich selbstverständlich auf die fachlichen Inhalte, die Experten und Expertinnen und Ihre "Peergroup", wie es so schön heißt, konzentrieren. Eigentlich ist es sogar ein Leitbild von gutem Service, wenn man als Dienstleister stets dezent im Hintergrund dafür sorgt, dass alle zufrieden sind und kein Wunsch unerfüllt bleibt. Doch dabei wird manchmal vergessen, dass wir im Austausch miteinander stehen. Dialog, Austausch, Kommunikation und Interaktion finden auf mehreren Ebenen statt als bloß der offensichtlichen. Sogar ein Schweigen ist Kommunikation, wie Sie wissen. Deswegen bedanke ich mich, falls Sie bis hierher gelesen haben. Falls Sie Lust bekommen, aktiv mit uns zu kommunizieren, da wir ohnehin bereits miteinander kommunizieren, nur zu. Nehmen Sie sich kurz Zeit. Schreiben Sie etwas! Auf ein glückliches und gelungenes 2026!
10. Dezember 2025
Welche Beratungsunternehmen finden Sie derzeit besonders interessant für die öffentliche Hand in Deutschland? Für Fragen wenden Sie sich bitte an: Till Spurny Fortbildungskampagne öffentliches Recht Tel.: +49 (0) 30 89 56 27 16 E-Mail: info@fortbildungskampagne.de
17. November 2025
Seit ihrer Gründung im Jahr 2019 hat sich die Fortbildungskampagne öffentliches Recht zu einer festen Größe in der Weiterbildung für Verwaltung und öffentliche Einrichtungen entwickelt. Mittlerweile haben 4.458 Teilnehmende aus 2.169 Organisationen die Angebote genutzt – ein eindrucksvoller Beleg für den wachsenden Bedarf an praxisnaher und rechtssicherer Fortbildung. Insgesamt wurden in den vergangenen Jahren 380 Veranstaltungen erfolgreich durchgeführt – von kompakten Online-Seminaren bis hin zu mehrtägigen Präsenzworkshops. Thematisch deckt das Programm ein breites Spektrum ab: von Bau- und Vergaberecht über Finanz- und Verwaltungsmanagement bis hin zu Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz und Kommunikation. Das kontinuierliche Wachstum zeigt, dass die Kombination aus fachlicher Tiefe, Praxisnähe und aktuellem Themenbezug überzeugt. Besonders geschätzt wird der enge Austausch mit Expertinnen und Experten aus Verwaltung, Recht und Praxis, der den Teilnehmenden wertvolle Einblicke und unmittelbar umsetzbares Wissen vermittelt. Die Fortbildungskampagne wird auch künftig ihr Programm gezielt weiterentwickeln – mit neuen Seminaren zu aktuellen Herausforderungen, innovativen Lernformaten und einer klaren Ausrichtung auf die Anforderungen der öffentlichen Hand. Ziel bleibt es, Beschäftigte in Bund, Ländern und Kommunen dabei zu unterstützen, rechtliche, organisatorische und technologische Veränderungen kompetent und sicher umzusetzen. Der anhaltende Zuspruch und das Vertrauen von Teilnehmenden und Institutionen bestätigen den Erfolg dieses Ansatzes – und zeigen, dass die Fortbildungskampagne zu einem verlässlichen Partner für berufliche Qualifizierung in der öffentlichen Verwaltung geworden ist. Weitere Informationen auf www.fortbildungskampagne.de
3. November 2025
Es sind oft die großen Überschriften, die aus den letzten zehn Jahren in Erinnerung bleiben: „Flüchtlingskrise“, „Pandemie“, „Energiekrise“, „Klimakrise“. Und es sind politische Programme, Strategiepapiere und Koalitionsverträge, die in Pressekonferenzen vorgestellt wurden. Was in diesen Momenten selten erwähnt wurde, ist die mühevolle Arbeit, welche die Bewältigung solcher Krisen überhaupt erst möglich macht. Sie findet hinter den Kulissen statt – in Verwaltungen, Behörden und kommunalen Einrichtungen, bei Menschen, die Tag für Tag versuchen, politische Vorgaben in konkrete Praxis zu übersetzen. Wenn man die letzten und aktuellen Krisen genauer betrachtet, wird deutlich, welche Belastungen die öffentliche Hand zu bewältigen hat. Nach der Flüchtlingszuwanderung 2015 folgte kaum eine Verschnaufpause, ehe eine weltweite Pandemie das Land vor völlig neue Herausforderungen stellte. Kaum war die Pandemie bewältigt, führte die Invasion in die Ukraine nicht nur zu geopolitischen Neuerungen, sondern auch zu einer Energiekrise, die vor allem die Kommunen zum Handeln zwang. Parallel dazu wurde der Druck größer, Nachhaltigkeitsmaßnahmen umzusetzen – durch europäische Vorgaben wie den Green Deal ebenso wie durch nationale Gesetzesinitiativen. Diese Aufgaben mussten gemeistert werden, während gleichzeitig die „Dauerbaustellen“ bestehen blieben: Digitalisierung, Bürokratieabbau, Modernisierung der Verwaltung. Und all das mit einer personellen und finanziellen Ausstattung, die nicht selten eher an den Status quo von gestern angepasst war als an die Herausforderungen von morgen. Nun ist seit Mai 2025 eine neue Bundesregierung im Amt. Friedrich Merz spricht von „neuen Prioritäten“ – Verteidigung, Grenzkontrollen, staatliche Handlungsfähigkeit. Alles wichtige Themen, keine Frage. Doch wer die vergangenen Jahre aufmerksam verfolgt hat, könnte sich an dieser Stelle eine Frage stellen: Hat eigentlich irgendjemand einmal „Danke“ gesagt? Danke dafür, dass all die oben genannten Aufgaben nicht nur bearbeitet, sondern häufig überhaupt erst möglich gemacht wurden? Danke dafür, dass Krisen gemanagt, Programme umgesetzt, Maßnahmen gestartet wurden – auch dann, wenn die Zielerreichung noch aussteht, weil Rahmenbedingungen sich schneller ändern als Strategien. Vielleicht lässt sich diese Leerstelle des fehlenden Danks nicht so einfach schließen. Aber sie sollte benannt werden. Denn ohne die Menschen, die all das umgesetzt haben – von der kommunalen Ebene bis zur Bundesverwaltung – gäbe es viele der Fortschritte, die heute selbstverständlich wirken, schlichtweg nicht. Auch bei der Fortbildungskampagne erleben wir in unseren Seminaren immer wieder hautnah, wie anspruchsvoll die praktische Umsetzung gesetzlicher Vorgaben ist. Wir wissen, wie kleinteilig, wie komplex und manchmal auch wie zäh Prozesse sind, wenn sie von der politischen Idee in konkrete Verwaltungsrealität übersetzt werden müssen. Und wir wissen, wie leicht dabei das Gefühl entstehen kann, dass die Mühen nicht gewürdigt werden – oder dass man sich fragt, ob es sich überhaupt gelohnt hat. Unsere Überzeugung ist: Doch, es hat sich gelohnt. Denn all diese Anstrengungen haben wichtige Grundlagen geschaffen. Sie sind das Fundament, auf dem neue Entwicklungen aufbauen können – sei es bei der Digitalisierung, der Nachhaltigkeit, bei rechtssicheren Vertragsstrukturen oder beim Aufbau effizienter Verwaltungsprozesse. Die Herausforderungen verändern sich, die Ziele verschieben sich, aber nichts von dem, was geleistet wurde, war umsonst. Genau deshalb setzen wir auch künftig dort an, wo Theorie und Praxis aufeinandertreffen. Unsere neuen Seminare greifen nicht nur aktuelle Fragestellungen auf – von Digitalisierung über Prozessoptimierung und Wirtschaftlichkeit bis hin zu Künstlicher Intelligenz –, sie richten sich auch an diejenigen, die diese Themen in der Praxis umsetzen müssen. Denn sie sind es, die Veränderungen tragen, gestalten und voranbringen. Und deshalb möchten wir an dieser Stelle etwas tun, was in den vergangenen Jahren zu selten passiert ist: Danke sagen. Für Engagement, für Ausdauer, für Pragmatismus und Kreativität. Für das, was schon erreicht wurde – und für das, was noch erreicht werden wird.
1. Oktober 2025
In unserem Beitrag " Bundesregierung beschließt Entwurf des Vergabebeschleunigungsgesetzes " haben wir den Beschluss vom 6. August 2025 mit Verweis auf den Gesetzesentwurf kurz vorgestellt. In seiner Rolle als Vortragender, Dozent und Experte für Vergaberecht hat uns Robert Thiele, Referent im Bundesministeri- um für Digitales und Staatsmodernisierung, seinen folgenden Kommentar zum Vergabebeschleunigungsgesetz mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung mitgeteilt.
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